Wo, Was, Wie? Mein Leben im kommentierten Schnelldurchlauf

Wie schon der Name der Seite verrät, ist mein Name Laura Scheriau und ich arbeite zurzeit als Deutsch als Fremdsprache Lehrerin in Monterrey, Mexiko.

Laura Scheriau

Ich bin 1984 in der schönen, kleinen Wein-Königins-Krönungstätte Neustadt an der Weinstraße zur Welt gekommen und habe bis 2003 im kleinen, idyllischen aber leider sozial leicht abgeschotteten Elmstein gelebt. 2003 bin ich dann erst nach Neustadt a.d. Wstr. und dann "in die Großstadt" nach Mannheim umgezogen, wo es mir auch sehr gefallen hat, die Mannheimer haben irgenwie einen ganz besonderen Charme. Bis 2004 habe ich das altsprachliche Kurfürst-Ruprecht Gymnasium in Neustadt a.d.Wstr. besucht, d.h. ich habe 5 Jahre lang Latein erlitten, leider so unterrichtet wie man erwartet, dass eine tote Sprache ist, nämlich so langweilig wie möglich. Aber auch Englisch, Französisch und Italienisch habe ich über mich ergehen lassen, heute bin ich froh um die Sprachenvielfalt des KRG, etwas mehr Praxis wäre nett gewesen, damit die Sprachen sich früher voll entfaltet hätten. Im März 2004 habe ich dann am KRG mein Abitur gemacht, mit Chemie, Deutsch und Englisch im Hauptfach und Geschichte im mündlichen Prüfungsfach. Ab Oktober 2004 habe ich in Saarbrücken studiert, zuerst Komparatistik, Vor- und Frühgeschichte und Phonetik, meinen Abschluss habe ich aber 2010 in Deutsch als Fremdsprache, Komparatistik und Neuerer deutscher Sprachwissenschaft gemacht, darf mich nun also ofiziell Magistra Artium nennen, Laura Scheriau M.A. Die Abschlussnote (1,6) war dann auch erwartetermaßen ein wenig besser als mein Abitur. Es wäre noch mehr drin gewesen, aber der Titel miner Magisterarbeit "Kinderliteratur im Unterricht Deutsch als Fremdsprache am Beispiel europäischer Märchen" hat doch ein wenig mehr Zeit gefordert und bietet Material für mindestens eine weitere Arbeit.

Reisen ins Ausland haben mich schon immer fasziniert. Seit meiner Kindheit, in der ich mit meiner Familie oft verreist bin, reise ich gerne und so oft ich Zeit und Geld habe. Das erste Mal "allein" war ich dann 2002 in Quebec, Kanada, bei meiner Cousine in Montreal. Da habe ich schon den Beschluss gefasst, auf jeden Fall eine Zeitlang im Ausland zu leben, damals noch mit meinem Traumziel Quebec, das immer noch auf meiner Liste ganz oben steht. In Mexiko bin ich jetzt eigentlich dank meiner Schwester Lotti, die mich 2007 dazu ermutigt hat, ein Praktikum dort zu machen. Schon bei meiner, durch unvorhergesehene Komplikationen in Bezug auf die Arbeitserlaubnis, vorzeitigen Abreise aus Mexiko im Juli 2007 hatte ich beschlossen, zurückzukehren, da mich Land und Leute faszinierten. Nach 3 Jahren habe ich es nun endlich geschafft meinen Traum wahrzumachen. Ich hatte mich anfangs noch auf keine Stadt festgelegt, da ich mir alle Optionen offen halten wollte. Aber hier bin ich jetzt doch in Monterrey gelandet, der wohl unmexikanischsten Stadt Mexikos. Ich bin recht glücklich mit meinem Job, meinen Freunden, den täglichen kulturellen Begegnungen und vor allem meiner Klimaanlage :D

Meine Arbeit als Deutschlehrer macht mir Spaß, auch wenn sie nicht das ist, was ich eigentlich machen möchte. Ich werde mich zum nächstmöglichen Termin für einen Master in Ecological Economics / Environmental Economics bewerben, um meinen beruflichen und auch persönlichen Horizont zu erweitern. Das Leben in einem dritte Welt Land und vor allem das Leben in einer der größten Industriestädte Lateinamerikas hat mich darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig die Kombination von Wirtschaft und Ökologie ist. So dass ich mich jetzt vermehrt auf dieses Arbeitsfeld konzentrieren möchte. Ich bin schon der International Society of Ecological Economics und der Society of Ecological Restauration beigetreten, da mich ihre Projekte sehr interessieren, und ich über Workshops und Konferenzen zum Thema informiert bleiben möchte.

Das Leben hier in Monterrey ist ungewöhnlich, wenn man aus einem Land wie Deutschland kommt. Auf der einen Seite ist die Stadt ultra modern, mit großen Betonbauten und Bürotürmen, auf der anderen Seite leben die Ärmsten in Holzhütten. Man findet hier Starbucks und den Straßen-Taco-Stand; HEB, Walmart und die halb-legalen Pulgas coexistieren; mexikanische Tradition und amerikanische Verschwendungssucht liegen dicht beieinander. In einer Stadt, in der man alles finden kann, wenn man weiß, wo man suchen soll, fällt die Orientierung anfangs schwer. Der erste Kulturschock für mich war: Alle haben Facebook, alle twittern, aber die nächste Wäscherei oder Poststelle finde ich im Internet nicht. Wie man in einem 6 Millionen Einwohner großen Stadtkomplex auf Basis von Hören-Sagen arbeiten kann ist mir immer noch ein Rätsel. Auch Korruption, der Drogenkrieg mit den Schießereien, vermehrter Militäreinsatz zur Dämmung der Gewalt und die dadurch entstehende ständige Unsicherheit sind nicht gerade der perfekte Ort für einen längeren Aufenthalt. Aber eine Erfahrung für's Leben ist es. Weshalb ich auch noch hierbleibe, solange ich mich sicher fühlen kann. Denn es ist alles nicht so schlimm, wie es sich anhört. Die Leute sind immernoch nett und sympathisch, offenherzig und lustig. Das hilft mir, die Situation um uns herum ein wenig zu verdrängn und mich Hobbys zu widmen.

Denn nur arbeiten geht nicht. Nebenbei schreibe ich deshalb auch Shortstories und Geschichten und male. Meine bisherigen kreativen Gedankenergüsse finden sich in der Leseecke und mein künstlerischer Kanal ist in der Kreativabteilung zu finden. Enjoy